Jesuiten fordern mehr Gerechtigkeit in der EU-Agrarpolitik
In Brüssel wird derzeit über die künftige Ausgestaltung und das Budget der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) verhandelt.
Das Netzwerk „Our daily bread“ hat in einem Positionspapier konkrete politische Vorschläge erarbeitet, wie die nächste GAP, die nach 2027 in Kraft treten wird, mehr Gerechtigkeit für Landwirte, die lebendige Natur und die Menschen in Europa verwirklichen kann. In diesem Netzwerk haben sich Jesuiten in Europa mit anderen christlichen Organisationen zusammengeschlossen, um für eine Agrarpolitik einzutreten, die zukunftsfähige und gerechte Ernährungssysteme in Europa ermöglicht.
Die finanzielle Förderung der Landwirtschaft macht derzeit knapp ein Viertel des EU-Haushalts aus. „Our daily bread“ setzt sich dafür ein, dass die bereits eingeleitete Entwicklung hin zu einer gerechteren Verteilung der Fördermittel beibehalten und gestärkt wird. Ziel ist es, dass öffentliche Gelder bei denjenigen ankommen, die das Land tatsächlich bewirtschaften und pflegen, und nicht allein bei denjenigen, die über die größten Flächen verfügen. Zweitens soll ein substanzieller Anteil von 35 % des gesamten GAP-Budgets zweckgebunden und vollständig aus dem EU-Haushalt bereitgestellt werden für ehrgeizige Maßnahmen in den Bereichen Umwelt, Klima und Tierschutz. In der neuen GAP sollen Mitgliedsstaaten mehr Freiheiten bekommen, wie sie die Agrarförderung entsprechend den Bedarfen ihres Landes einsetzen können. Mit dem zweckgebundenen Anteil soll sichergestellt werden, dass die neue Verantwortung der Mitgliedsstaaten nicht mit einer Aufweichung bereits erreichter ökologischer Standards einhergeht, sondern den Schutz von Land und Lebewesen absichert.
„Our daily bread“ wird in den nächsten Tagen mit dem Positionspapier an Mitglieder des EU-Parlaments und andere an den Verhandlungen beteiligte Personen herantreten. Mit diesem Positionspapier beteiligen sich Jesuiten an der Erarbeitung konkreter Vorschläge, wie die Forderung der Jesuiten bei der COP31 für zukunftsfähige Ernährungssysteme innerhalb der EU praktisch realisiert werden kann.
Hier geht es zum Positionspapier der europäischen Initiative „Our daily bread“.
Die Klimagerechtigkeitskampagne der Jesuiten zur COP31 wurde bereits von mehr als 2000 ignatianischen Organisationen und Einzelpersonen unterzeichnet. Unterstützen auch Sie die Kampagne mit Ihrer Unterschrift!
