Bevor ich 2013 in den Jesuitenorden eingetreten bin, habe ich Studienabschlüsse in Sozialwissenschaften, Politikmanagement und Theologie erworben. Nach Berufserfahrungen in der Politik arbeitete ich als Projektreferent in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim a.d. Ruhr in einem Projekt zur Transformation des Ruhrgebiets.
Als Kind des Ruhrgebiets habe ich von klein auf Chancen und Herausforderungen einer heterogenen Gesellschaft erlebt – ebenso wie die Ungerechtigkeiten einer starken sozialen Spaltung zwischen Armen und Reichen. Die Begegnung mit gefährdetem Leben, besonders mit Geflüchteten, die seit 2015 zu uns gekommen sind, sowie die Erfahrung zerstörter Schönheit in der Schöpfung, motivieren mich zum Einsatz für den Erhalt der Schöpfung und für eine lebenswerte Welt für alle Menschen. Im Rahmen meiner Ordensausbildung haben mir unter anderem Zeiten in Simbabwe und Bulgarien praktische Einblicke in weltweite gesellschaftliche Herausforderungen in den Bereichen Migration und Ökologie gegeben. Der Dienst an der Versöhnung, der den Jesuiten durch ihre Generalkongregationen und durch Päpste aufgegeben ist, ist auch dabei von grundlegender, zentraler Bedeutung. Er ist eine wichtige Motivation für mein Leben und Wirken als Jesuit in einer gespaltenen Welt.
Hier im Ukama-Zentrum arbeite ich in den Bereichen Ökologie, Migration und Spiritualität. Die Begleitung und Gestaltung von Veränderungsprozessen verbindet diese Arbeitsfelder. Dabei habe ich die ignatianische Spiritualität als tragendes Fundament und als entscheidende Hilfe für mich und andere Menschen erfahren. Sie hilft, wieder in lebendige Beziehung zu kommen: zu mir, meinen Mitmenschen, zur Schöpfung und zum Schöpfer. Sie ermöglicht versöhntes Leben.
„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern“, so lautet ein afrikanisches Sprichwort in der Fassung von Stefan Zweig. Ein Sprichwort, das ermutigen möchte. Insbesondere in Zeiten, die herausfordernd sind – gesellschaftlich, aber auch persönlich. Mut zum Engagement, Mut zum Weitergehen: „Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich!“ (Mk 10,49).
