Bevor ich 1997 in den Orden eintrat, hatte ich mich bereits in zwei Berufen – erst als Betriebswirt, dann als Krankenpfleger – ausprobiert, blieb jedoch weiterhin unruhig und auf der Suche nach meinem Weg. Schließlich absolvierte ich ein Jahr als Jesuit Volunteer in Kroatien, verlängerte noch um zwei weitere Jahre in Bosnien und war daraufhin „ruined for life“. Die drei Jahre während des Balkankrieges, in denen ich beim dortigen JRS (Jesuit Refugee Service) mitarbeitete, haben mich geprägt.

Nach Beendigung meines Noviziats als Jesuitenbruder – längere Studien standen nun nicht an – wurde mir 1999 die Leitung des JRS Deutschland in Berlin übertragen. Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt seitdem in der Rechtsberatung und Seelsorge für Geflüchtete in Abschiebungshaft. In Bayern, wohin ich 2007 wechselte, kam das Thema Kirchenasyl hinzu.

Ein Grundsatz, den die Jesuiten in ihrer Generalversammlung 1975 formulierten, begleitet und motiviert mich immer aufs Neue: „Der Auftrag der Gesellschaft Jesu heute besteht im Dienst am Glauben, zu dem die Förderung der Gerechtig­keit notwendig dazugehört.“ Im Ukama-Zentrum verfügen wir über ideale Voraussetzungen, uns gemäß diesem Grundsatz in den beiden großen Problembereichen der nächsten Jahre – Migration und Klima­wandel – zu engagieren.