„Bringt unser Engagement für einen sozial-ökologischen Wandel überhaupt noch was?“

„Mit anderen in der Sorge für das gemeinsame Haus zusammenarbeiten“, das hat sich der Jesuitenorden zum Ziel gesetzt. Wie kann eine solche sozial-ökologische Transformation gelingen? Viele Jesuiten und Mitarbeitende in jesuitischen Werken befassen sich in unterschiedlicher Weise mit dieser Frage. Wir als Laudato-si'-Team der Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten fördern den Austausch dazu untereinander.

Welche Konzepte, Ansätze, Fragen oder Begriffe aus dem Feld der sozial-ökologischen Transformation können hilfreich sein? Was entsteht, wenn wir diese in Kontakt bringen mit ignatianischer Spiritualität? Und wie kann das im Alltag und in der eigenen Arbeit wirksam werden?

In der „Laudato-si‘-Werkstatt: Transformation auf Ignatianisch“ beschäftigen wir uns gemeinsam mit diesen Fragen. Den Auftakt machte Anfang Dezember Fabian Moos. In seinem Impuls „Bringt unser Engagement für einen sozial-ökologischen Wandel überhaupt noch etwas?“ stellte er den Ansatz der „drei Geschichten“ von Joanna Macy vor. Wir können die Situation, in der sich die Menschheit auf der Erde gerade befindet, auf drei verschiedene Weisen „lesen“: „Business as usual“, „großer Kollaps“ oder „großer Wandel“. Welche davon stimmt, ist offen, denn es gibt Indizien, die für jede dieser Geschichten sprechen. Auch wir selbst wechseln immer wieder hin und her zwischen diesen unterschiedlichen Lesarten dessen, was gerade passiert. Wenn wir uns im Alltag bewusst machen, in welcher Geschichte wir gerade sind, ermöglicht uns das einen bewussten Wechsel zwischen den Geschichten. Und wir können uns entscheiden, in welche Geschichte wir uns durch unser Wirken einschreiben wollen. Was uns schließlich helfen kann, im Alltag in der Geschichte des großen Wandels verwurzelt zu sein, ist eine ignatianische „Betrachtung zur Erlangung der Hoffnung“. (Erfahre hier mehr: Link zum Impuls von Fabian Moos).

Im anschließenden Austausch wurden zwei zentrale spirituelle Herausforderungen deutlich: Uns einerseits den multiplen Krisen auf der Welt wirklich fühlend zuzuwenden. Andererseits aber nicht dort stehenzubleiben, sondern uns aktiv für einen lebensdienlichen Wandel einzusetzen – auch ohne jetzt zu wissen, welchen Erfolg wir haben werden.

Am 14.1.2026, 19-20 Uhr, wird die Reihe mit einem Impuls von Martin Schröder zu folgendem Thema fortgesetzt: “Hätte nicht gedacht, dass es hier so grün ist!“ – Die Transformation des Ruhrgebiets und was wir daraus lernen können.

Alle Jesuiten und Mitarbeitenden in jesuitischen und ignatianischen Werken sind herzlich eingeladen. Zugangslink und mehr Informationen: judit.bartel@jesuiten.org