Tun, was dem Leben je mehr dient
Mitte November waren Pater Fabian Moos und Judit Bartel im Noviziat der Jesuiten in Innsbruck zu Gast. Mit sechs Novizen der zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten und einer Novizin der Congregatio Jesu erkundeten sie an zweieinhalb Tagen, wo Handlungsmöglichkeiten liegen, um für unser gemeinsames Haus, die Erde, zu sorgen. Dies ist die Zielsetzung der vierten universalen apostolischen Präferenz, die sich der Jesuitenorden gegeben hat.
Die Frage, wann jede:r sich lebendig erlebt und was die Zutaten dafür sind, war der Startpunkt für die gemeinsame Lernreise. Mit dem Donut-Modell von Kate Raworth führten Moos und Bartel ein Diagnosewerkzeug ein, das zeigt, wo Veränderungen im persönlichen Handeln wie in den gesellschaftlichen Strukturen nötig sind, damit die Menschheit in einen sicheren und gerechten Handlungsraum findet. Dies wäre ein Handlungsraum, der sowohl die planetaren Belastungsgrenzen wahrt als auch ein würdiges Leben für alle Menschen ermöglicht. Mit Beobachtungsübungen draußen und einigen Gestaltungsprinzipien brachte Judit Bartel den Teilnehmenden Permakultur als ein Handwerkszeug nahe, mit dem sich Transformation gestalten lässt. Fabian Moos eröffnete mit Übungen aus der Verbindenden Arbeit nach Joanna Macy den Teilnehmenden einen spirituellen Zugang zu Fragestellungen von sozial-ökologischer Transformation. Im Mittelpunkt beider Ansätze stand die Frage, wie sich das von Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si‘“ skizzierte Paradigma einer ganzheitlichen Ökologie im Sehen, Urteilen und Handeln einüben lässt. Der Kurs endete mit dem gemeinsamen Kochen einer klimagerechten und leckeren Mittagsmahlzeit.
„Wir sind auf dem Weg, “Menschen für andere" zu werden. Das geht logischerweise nicht, wenn wir gleichzeitig Strukturen aufrechterhalten, die andere Menschen ausbeuten und unseren Planeten zugrunde richten. Die Fakten zur Klimakrise und ihren Folgen sind lange bekannt; was fehlt, ist das Handeln dagegen. Ich nehme aus dem Workshop vor allem mit, dass diese Herausforderung auch eine große Schönheit in sich birgt." – so Salome Fränzle, Novizin, in ihrer Rückmeldung an uns.
